Wesensgemäße Bienenhaltung

Der Ansatz der Demeter-Imker unterscheidet sich von den üblichen Betriebsweisen in der Imkerei und allen anderen Arten der Bio-Imkerei grundlegend, da er ausnahmslos ist und sich dem Lebensrhythmus der Bienen völlig unterordnet. Einen Vergleich der verschiedenen ökologischen Richtlinien finden Sie hier.

Die Bienen vermehren sich ursprünglich nur über den Bienenschwarm. Der Mensch hat sich bemüht durch Züchtungen und Einkreuzungen hier entgegegnzuwirken und versucht eine schwarmträge Biene zu erhalten. Zudem wird in der modernen Imkerei alles dafür getan den Schwarmtrieb zu unterdrücken, sei es durch die Zerstörung von Schwarmzellen oder das Auseinanderreißen der Bienenvölker. Alles, nur um den Honigertrag zu maximieren. Dabei sind mehr als 96% der Imker in Deutschland reine Hobbyisten.

In der Demeter-Imkerei dürfen die Bienen ihren Schwarmtrieb ausleben wie sie es für richtig halten. Vermehrt werden die Bienenvölker ausschließlich über den Schwarmtrieb.


                                      Naturwabenbau statt Wachsrecycling

In der heutigen Imkerei bekommen die Bienen Wachsmittelwände angeboten, die genauso aussehen wie die gerollten Kerzen aus Bienenwachs. Diese haben bereits die Prägung für Arbeiterinnenzellen und bestehen aus recyceltem Bienenwachs und unter Umständen von hunderten von Imkern. Eine Folge ist die Anreicherung von fettlöslichen Antiobiotika in den Wachsen, die letztlich auch auf den Honig übertragen werden können. Zudem sollen die Bienen mit Hilfe der Prägung der Mittelwände ausschließlich Arbeiterinnen aufziehen, da die männlichen Bienen, die Drohnen, als unnötige Honigverbraucher eingestuft werden.

In der Demeter-Imkerei bekommen die Bienen ausschließlich Anfangsstreifen von etwa 2cm Länge am Rähmchenoberträger aus unbelastetem Demeter Entdecklungswachs unseres eigenen Betriebes als Baurichtungsvorgabe angeboten. Alles weitere dürfen und sollen die Bienen so gestalten, wie sie es für richtig halten. Der natürliche Bautrieb der Bienen wird auf diese Weise auch gefördert. Dies gilt sowohl für den Brut- als auch für den Honigraum. Auf diese Weise entstehen auch viele Drohnen, die für eine harmonische Volksentwicklung von entscheidender Bedeutung sind, manchmal bis zu 15000 pro Volk.


                                                       Holz statt Kunststoff

Natürlich kommen in der Demeter-Imkerei nur natürliche Materialien für die Bienenwohnung, der sogenannten Beute, in Betracht. Daher verwende ich ausschließlich Weymouthkiefernholz für die Bienenkästen. Die Deckel bestehen aus Stahlblech. Ein Absperrgitter, welches den Brut- vom Honigraum trennt, gibt es nicht. Die Königin darf sich im Bienenkasten bewegen wie sie es für richtig hält. In der konventionellen Imkerei wird der Brut- vom Honigraum auf diese Weise getrennt, damit die Königin keine Eier in die Honigwaben legen kann, was die Honigernte erheblich erschwert. Da in der Demeter-Imkerei die Honigwaben einzeln entnommen werden und diejenigen mit Brut im Bienenkasten verbleiben, stellt dies zwar einen arbeitsintensiveren Ernteprozess dar, aber dafür können sich die Bienen hier wesensgemäß entfalten.


                      Demeter-Honig vom Erzeuger abgefüllt, gentechnikfrei

In der Demeter-Imkerei wird der Honig sehr schonend und ohne zusätzliche Wärmezufuhr, die den Honig schädigt, geerntet, verarbeitet und abgefüllt. Blütenhonig kristallisiert, je nach Sorte, sehr schnell aus. Da viele Honigliebhaber einen flüssigen Honig bevorzugen, wird der auskristallisierte Honig in einem 24stündigen Erwärmungsprozess bei bis zu 40 Grad Celsius erneut verflüssigt, was die wertvollen Inhaltsstoffe schädigt. Dies ist sowohl in der konventionellen Imkerei, als auch in allen anderen Bio-Anbauverbänden, bis auf bei Demeter, erlaubt. Bei Demeter-Imkereien muss der Honig vor dem ersten Festwerden abgefüllt werden und darf maximal hier auf 35 Grad Celsius erwärmt werden, was der natürlichen Temperatur im Bienenstock entspricht. In unserer Imkerei wird dem Honig keine Wärme zugeführt. Direkt nach der Entnahme der Honigwaben aus dem Bienenstock., werden diese in unserem Schleuderraum ausgeschleudert. Der Honig wird anschließend kalt gerührt und vor dem ersten Festwerden abgefüllt. So gelangt der Honig natürlich und unverfälscht ins Glas.


                                                             Bienenfutter

Bienen sammeln Nektar und entziehen diesem unter einem aufwendigen Trocknungsprozess Wasser, sodass dieser am Ende beim Nektar lediglich bei unter 18% liegt. Unter einer Wachsschicht lagern die Bienen diesen ein als Vorrat für den kalten Winter. In der Demeter-Imkerei wird versucht die Bienen möglichst auf eigenem Honig zu überwintern, so bleibt bspw. der komplette Honig im groß dimensionierten Brutraum völlig unangetastet. Es kann aber vorkommen, dass einzelne Völker zu wenig Vorrat angelegt haben, sodass hier geholfen werden muss. Die Zufütterung geschieht aus einem Gemisch von Bio-Rübenzucker und Honig aus unserer Imkerei unter Zugabe von Kamillentee und Salz.

In der konventionellen Imkerei werden oftmals sämtliche Honigvorräte entnommen und lediglich durch reinen Rübenzucker aus konventionellen Anbau ersetzt, der natürlich keine wertvollen Inhaltsstoffe wie der Honig enthält.


                                        Vertrauen ist gut - Kontrolle ist besser

Wir werden mindestens einmal im Jahr umfassend durch ein staatlich beauftragtes, unabhängiges Institut auf die Einhaltung der EU-Bio-Verordnung überprüft. Begleitet werden die Kontrolleure zusätzlich durch einen Mitarbeiter von Demeter, der die Einhaltung der strengen Verbandsrichtlinien, welche die striktesten unter den Bio-Verbänden sind, überprüft. Unser aktuelles Bio- und Demeterzertifikat finden Sie hier.